Grundausrüstung zur Plastination

Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über Geräte und Hilfsmittel, die zur Einrichtung eines Plastinationslabors für die S 10-Standardtechnik (auch geeignet für die PEM-Technik), für die Scheibenplastination mit der E 12-Flachkammer- und Ablaufmethode (zur Plastination transparenter Körperscheiben) oder für die P 35- bzw. P 40-Technik (zur Gehirnscheibenplastination) erforderlich sind. Der Umfang der erforderlichen Laborausrüstung ist verständlicherweise abhängig von Art, Größe und Anzahl der zu plastinierenden Präparate. Generell ist zu empfehlen, mit der Silikon-Standardtechnik im kleinen Maßstab zu beginnen und das Labor zu erweitern bzw. mit neuen Techniken zu beginnen, wenn eigene praktische Erfahrungen vorliegen.

Sicherheitshinweis:
Grundsätzlich empfehlen wir zur Plastination die entsprechenden ➔ Spezialkühltruhen HL04-HL06. Wenn eine normale Haushaltsgefriertruhe für die Plastination verwendet werden soll, müssen aus Sicherheitsgründen alle potentiellen Zündquellen (z. B. die Innenbeleuchtung) aus dem Inneren der Truhe entfernt werden. Darüber hinaus wird dringend empfohlen, den Kompressor auszubauen und ausserhalb des Plastinationslabors permanent zu installieren. Ist der Kompressor nicht demontiert, so ist vor jedem Hantieren mit Aceton in der Kühltruhe die Stromzufuhr zu unterbrechen.

1. Grundausrüstung mit der Silikon-Standardtechnik (und PEM-Technik)

Zur Fixierung und Lagerung:

➔ Geeignete Kunststoffbehälter, vorzugsweise aus Polyethylen oder Polypropylen (Behälter aus PVC oder Polyester sind nicht zu empfehlen).

➔ Speziell für die Fixierung von Gehirnen empfehlenswert: Schale geeigneter Größe und Form zur temporären Lagerung von frischen Gehirnen.

➔ Ggf. Vorrichtung zur Fixierung von Organen im dilatierten Zustand.

Zur Entwässerung:

➔ Container zur Entwässerung mit Aceton im Gefrieraustausch (vorzugsweise 3 Stück, Edelstahl), groß genug, um Präparate und Entwässerungsmedium in einem Verhältnis 1:10 aufzunehmen.

➔ 1 Kühltruhe, in die mindestens ein, besser zwei der Entwässerungsbehälter hineinpassen.

➔ 1 Acetonometer 0% bis 100% und 1 Acetonometer 90% bis 100%.

➔ 1 Thermometer zur Temperaturkontrolle während der Entwässerung.

➔ Wahlweise: lösungsmittelbeständige Handschuhe. Acetonumwälzpumpe zum effektiven und schnellen Entwässern von voluminösen Präparaten. Acetonförderpumpe zum Umpumpen von Lösungsmitteln. Destillationsanlage (zur Rückgewinnung, falls größere Mengen gebrauchten Acetons anfallen).

Zur Forcierten Imprägnierung:

➔ 1 Vakuumkammer (der Präparatgröße entsprechend),

➔ 1 Vakuumpumpe, ausreichend leistungsstark für das Volumen der Vakuumkammer, sowie Vakuumschläuche,

➔ 1 Kühltruhe, in die die Vakuumkammer hineinpasst,

➔ 1 Öl- und Lösungsmittelabscheider,

➔ Vakuumreguliereinrichtung(en),

➔ 1 Manometer,

➔ 1 Thermometer zur Temperaturkontrolle während der Forcierten Imprägnierung,

➔ Wahlweise: Vakuumkonstanthalter.

Zur Härtung:

➔ 1 Gashärtungseinheit, bestehend aus luftdicht verschließbarem Behälter, einer oder mehreren Membranpumpen mit Anschlussschläuchen und Gläsern für den Gashärter.

➔ Wahlweise: Abtropfgitter und Auffangbehälter für abtropfendes Silikon, in die Gashärtungseinheit hineinpassend. Für größere Gashärtungsboxen: Ventilator.

 

2. Grundausrüstung - Scheibenplastination mit E 12-Technik

Zur Fixierung:

Bei der Scheibenplastination mit der E 12-Technik kann auf die Fixierung mit Formalin oder anderen Fixierlösungen verzichtet werden. Falls sie dennoch gewünscht wird, ist jede konventionelle Fixiereinrichtung einsetzbar.

Zum Einfrieren:

➔ Falls erforderlich: Handsäge zum Amputieren der Extremitäten.

➔ Großer lösungsmittelbeständiger Container zum schnellen Einfrieren der Präparate mittels kaltem Aceton und Trockeneis.

➔ 1 Tiefkühltruhe zum Einfrieren und Lagern der Präparate. Die Truhe sollte vorzugsweise -70 °C erreichen, um das Entstehen von Eiskristallen im Präparat zu verhindern. Eine -25 °C-Kühltruhe reicht nur aus, wenn zusätzlich Trockeneis in die Truhe gelegt wird.

Zum Schneiden bzw. Sägen:

➔ Für formalinfixierte Organscheiben: eine Rotationsschneidemaschine.

➔ Für knochenhaltige Körperscheiben: eine Bandsäge mit kühlbarem Anschlag. Ein Dickenmesser, eine kühlbare Einrichtung zum Ablegen der gesägten Scheiben zur Bearbeitung (Abkratzen des Sägestaubes).

➔ Empfohlen: Sägeschutzhandschuhe.

Zur Entwässerung:

Geräte und Hilfsmittel wie für die Silikon-Standardtechnik, wobei die Entwässerungscontainer groß genug sein müssen, um einen Gitterkorb, in dem die gesägten Scheiben zwischen Kunststoffnetzen und -gittern liegend gestapelt sind, aufzunehmen.

Zur Forcierten Imprägnierung:

Geräte und Hilfsmittel wie für die Silikon-Standardtechnik, wobei die Vakuumkammer groß genug sein muss, um die Flachkammern zur Entlüftung des Gießharzes aufzunehmen.

Außerdem: Kunststoffgaze, evtl. separaten Behälter zum Imprägnieren.

Zur Härtung:

Die erforderlichen Geräte und Hilfsmittel werden durch die angewandte Methode bestimmt:

a) Für die Ablaufmethode:

➔ Polyesterfolienblätter (100 μm dick), 2 oder mehrere Glasscheiben, Wärmeschrank.

b) Für die Flachkammermethode:

➔ Sicherheitsglasscheiben (3 mm dick, frei von Kratzern).

➔ Silikon-Rundschnüre (Stärke abhängig von der Dicke des Präparates).

➔ Rückfaltklammern zum Zusammenklammern der Flachkammerwände.

➔ Einfülltrichter zum Einfüllen des Gießharzes.

➔ Positionierdraht

➔ Wärmeschrank

➔ Säge zum Aussägen fertig gestellter Scheiben.

➔ Wahlweise: Handpumpe für Kunststoffe zum luftblasenfreien Einfüllen von Gießharz in die Flachkammer. Handklammern.

 

3. Grundausrüstung Gehirnscheiben-Plastination mit der P 35- bzw. P 40-Technik

Zur Fixierung:

➔ Geeignete Eimer, in denen die Gehirne aufgehängtund frei schwimmend fixiert werden können.

➔ Wahlweise: Schale zur temporären, formgerechten Lagerung von frischen Gehirnen.

Zum Schneiden:

➔ Rotationsschneidemaschine (Wurstschneidemaschine), Gehirnmesser.

Zur Entwässerung:

Geräte und Hilfsmittel wie für die Silikon-Standardtechnik. Außerdem:

➔ Gitterkästen (aus acetonbeständigem Kunststoff oder Edelstahl) zum Stapeln der Gehirnscheiben während der Entwässerung, Immersion und Forcierten Imprägnierung.

➔ passende Eimer (für die Immersion und Imprägnierung).

Zur Forcierten Imprägnierung:

Geräte und Hilfsmittel wie für die Silikon-Standardtechnik, wobei die Vakuumkammer groß genug sein muss, um die Gehirnscheiben-Gitterkästen und/oder Imprägniereimer aufzunehmen.

Zur Härtung:

Geräte und Hilfsmittel wie für die E 12-Technik mit der Flachkammermethode. Außerdem:

➔ 2 mm starke Floatglasscheiben (= Normalglas) zur Herstellung von doppelwandigen Flachkammern (frei von Kratzern).

➔ selbst haftendes Kaschierschutzfolienband.

➔ UVA Lichthärtungseinheit.

 

BIODUR® Products Empfehlungen

In den Tabellen "BIODUR® Plastinations-Sets für die Silikon-Standardtechnik" und "BIODUR® Plastinationssets für die Scheibenplastination" werden komplette Plastinations-Sets für die verschiedenen Techniken vorgestellt. Sie basieren im Wesentlichen auf unserer Produktpalette und umfassen alle Geräte und Hilfsmittel, die für die Grundausstattung eines Plastinationslabors erforderlich sind.

Erfahrungsgemäß existieren in den meisten Labors bereits Geräte, die für die Plastination bestens geeignet sind (z. B. Wärmeschrank, Vakuumschrank, Vakuumpumpe). Daher sei jedem empfohlen, sich vor einer Bestellung zur Einrichtung eines Plastinationslabors zunächst im eigenen Labor nach geeigneten Geräten und Hilfsmitteln umzusehen. Auf Anfrage beraten wir Sie gern und unterbreiten Ihnen ein umfassendes Angebot unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Geräte, der bevorzugten Plastinations-Technik(en), sowie der Art, Anzahl und Größe der Präparate, die plastiniert werden sollen.